Urgut (Usbekisch: Urgut / Ургут; Russisch: Ургут) ist eine Stadt in der Region Samarqand in Usbekistan und dient als Verwaltungszentrum des Bezirks Urgut. Im Jahr 2016 hatte die Stadt eine Bevölkerung von 65.300. Urgut ist bekannt für seinen uralten Platanenhain, in dem einige Bäume über 1.000 Jahre alt sind, und liegt in einer malerischen Berglandschaft.

Die Bewohner von Urgut, eine Untergruppe der ethnischen Usbeken, führen ihre Herkunft auf die Stadt selbst zurück. Fast 500.000 Menschen identifizieren sich als Urgut-Abstammung. Usbekisch ist die Hauptsprache, die in der Region gesprochen wird.
Die Menschen in Urgut sind stark in der Landwirtschaft und im kleineren Handel tätig, wobei auch das Handwerk eine herausragende Rolle in der Identität der Stadt spielt. Diese handwerkliche Tradition wurde über Jahrhunderte hinweg sorgfältig bewahrt.

Urgut beherbergt zudem einen der größten und vielfältigsten Märkte der Region, der eine breite Palette erschwinglicher Waren anbietet. Sein lebhafter Marktplatz zieht Besucher nicht nur aus den umliegenden Gebieten, sondern auch aus Samarkand, der Hauptstadt der Region, an.

Urgut gehört zu den ältesten Siedlungen Usbekistans und ist berühmt für seine uralten Platanen (Chinars), von denen einige über 1.000 Jahre alt sind. Eine bemerkenswerte Sehenswürdigkeit der Stadt ist Chor-Chinar, was auf Persisch und Tadschikisch „Vier Chinars“ bedeutet. Hier findet sich eine malerische Allee jahrhundertealter Bäume sowie eine Moschee, die Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurde. In der Nähe haben Archäologen Überreste einer nestorianischen Kirche aus dem 9. Jahrhundert entdeckt.

Der Name „Urgut“ tauchte erstmals im 17. Jahrhundert als Ortsbezeichnung auf und bezieht sich auf eine der usbekischen Stammesgruppen. Interessanterweise identifizieren sich einige Gemeinschaften in Usbekistan, Tadschikistan und Afghanistan als Urgutlik (oder Urguti im Tadschikischen), eine Untergruppe der ethnischen Usbeken, die ihre Abstammung auf die Urgut-Region zurückführen.

Zur Zeit des Emirats Buchara war Urgut das Zentrum des halbautonomen Urgut-Bekdoms. Die Stadt verfügte über eine gut befestigte Zitadelle und lag in einem Tal auf einer Route nach Schahrisabz. Vom 18. Jahrhundert bis 1868 wurde Urgut von einer lokalen usbekischen Dynastie des Ming-Clans regiert, die mit den Kokander Mings verwandt war.

Im Jahr 1868 stellte Urgut während der militärischen Feldzüge der russischen Truppen gegen das Emirat Buchara aufgrund seiner geografischen Lage eine strategische Herausforderung dar. Am 12. Mai eroberten russische Truppen unter Oberst Abramov die Stadt nach einem entscheidenden Angriff und erleichterten so ihren Vormarsch in das Serafschantal und nach Buchara.

Urgut liegt 35 Kilometer südöstlich von Samarkand und grenzt an die Region Kaschkadarja.
Derzeit hat Urgut über 35.000 Einwohner.

Die Stadt verfügt über mehrere Industriebetriebe, darunter Teppichwebereien, eine Tabakfermentationsanlage und ein Schieferwerk.