Das Handwerk

Das usbekische Handwerk ist genauso alt wie das Land. Schon in der Jungsteinzeit entstanden hier die wichtigsten Handwerkszweige: die Töpferei und die Weberei. Im 2. Jh. vor Chr. spielte die Seidenstraße beim Handel mit Handwerksprodukten bereits eine bedeutende Rolle. Die größten Handwerkszentren des Landes befanden sich an der Seidenstraße, die zur Entwicklung der viel beitrug. Die im Mittelalter in den Ländern des Orients, vor allem in Usbekistan hergestellten Produkte (Seide, Suzanis, Keramik, Papier,Holzschnitzerei) wurden auf den Märkten von Europa hoch geschätzt. Die turkmenischen Teppiche wurden in Buchara mit der Bezeichnung «Buchara- Teppich» gehandelt, obwohl dort nie Teppiche hergestellt wurden. Auch das im Fergana-Tal geschmiedete, aber in Damaskus gehandelte Schwert von Damaskus (Die Damaszener Klinge) galt als ein wahres Wunder der Handwerkskunst des Landes. Ebenfalls in Buchara gewebte Seidenstoffe, bestickte Baumwollstoffe (Suzanis) und Goldstickereien galten damals als würdige Geschenke für die Herrscher in Rom. Das Papier von Samarkand wurde bis zum Ende des 19. Jh. im Orient und Okzident mit dem Pergament von Ägypten gleich hoch bewertet. Und die Töpferwarenkollektion aus Rischtan errang 1899 in Paris bei der internationalen Ausstellung den ersten Platz. Atlas- und Adrasstoffe von Margilan strahlten in allen Regenbogenfarben und zwangen die Kaufleute geradezu, ins Fergana- Tal zu kommen, und aus Kamelwolle geknüpfte Teppiche von Chiwa wurden den Herrschern des Orients geschenkt.
Im 10. und 11. Jh. entstanden in Zentralasien die größten Handwerkszentren. Die Herstellung von Seide, Teppichen (Kuhna Urgench, Taschkent), Stoffen, Messing, das Schmieden von Waffen und Messern aus Eisen (Fergana Tal), Glaswaren (Buchara) erreichten ihren Höhepunkt. Nachdem Tschingizkhan das Land erobert hatte, verfiel die Handwerkskunst. Unter der Timuriden- Dynastie im 14. – 15. Jh. erlebte das Handwerk eine neue Blüte Zeit. Fast alle Arten des Handwerks hatten bis ins 20. Jh. Bestand. Die Russen allerdings beeinflussten nach ihrer Eroberung Zentralasiens durch den Bau von Fabriken und die industrielle Herstellung von Waren und Gütern die Entwicklung des Handwerks sehr negativ.
Erst nach der Unabhängigkeit erlebte das usbekische Handwerk eine Renaissance. Im Laufe der Unabhängigkeit wurden dank der Initiative der Regierung Usbekistan und der UNESCO die Holzschnitzerei, das Prägen und Gravieren von Metall, das Schmiedehandwerk, die Stickerei von Kopfbedeckungen, die Goldstickerei, die Steinmetzkunst, die Stuckarbeit, Kachelarbeit und noch über dreißig andere Formen des Handwerks nachhaltig gefördert.
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Herzlich Willkommen in Usbekistan!

