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Usbekistan ist ein einzigartiges Land. Es gibt viele Sehenswürdigkeiten, die jedes Jahr Tausende von Touristen anziehen. Neben den historischen Bauwerken gibt es in Usbekistan auch immaterielle kulturelle Werte. Heute möchten wir Ihnen von einer der bekanntesten erzählen. Dies ist die Kultur der Bergregion Boysun, die sich im Süden Usbekistans befindet.

Im Jahr 2001 wurde die Boysun-Kultur von der UNESCO als „Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ anerkannt. Aus diesem Anlass wird seit 2002 jährlich das Boysun Bahori Folklorefestival – Frühling in Boysun veranstaltet.

Die Besonderheit der Boysun-Kultur liegt in ihren alten Traditionen, Bräuchen und Ritualen, die hier bewahrt wurden. Dieses abgelegene, bergige Gebiet hat eine einzigartige Folklore und Tänze, traditionelle Kleidung und Gesänge erhalten. Viele Elemente der Boysun-Kultur stammen aus der vorislamischen Zeit.

Der Name dieses Festivals kommt von der kleinen Stadt Boysun, die sich in der Region Surxondaryo in Usbekistan befindet, etwa 150 Kilometer nördlich des Verwaltungszentrums der Region – der Stadt Termiz.

Wenn Sie gerne abseits der bekannten Touristenrouten reisen und die schöne Natur sowie frische Bergluft genießen möchten, dann ist Boysun genau das Richtige für Sie. Besonders im Frühling, wenn alles blüht und grün ist, entfaltet diese Region ihren ganzen Charme. Hier können Sie eine Pause vom Stadtleben einlegen und für eine Weile abschalten.

Es gibt mehrere Wanderwege, auf denen Sie atemberaubende Berglandschaften und Naturwunder entdecken können.

Man kann mit Sicherheit sagen, dass die Boysun-Schlucht in ihrer Schönheit dem berühmten Grand Canyon in den Vereinigten Staaten in nichts nachsteht.

Boysun ist eine kleine Stadt, umgeben von Bergketten.

Die Stadt liegt 12 Kilometer vom gleichnamigen Bahnhof entfernt. Sie erhielt 1975 den Status einer Stadt. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 30.000 Menschen.

Übrigens wurde in dieser Region Ende der 1930er Jahre in der Höhle Teshik Tash von dem sowjetischen Archäologen Alexei Okladnikov das seltene Grab eines neandertaler Mädchens entdeckt. Dieser Fund gilt als einzigartig in ganz Zentralasien.

Außerdem entdeckten Archäologen der Boysun-Wissenschaftsexpedition im Jahr 2003 in der Stadt Kurganzol die Überreste einer alten Festung aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., die in Nordbaktrien zur Zeit Alexander des Großen gegründet wurde.

Die Stadt verfügt über eine komplette Infrastruktur, darunter Kindergärten, Schulen, Kliniken und andere Einrichtungen. Auch Betriebe der Leichtindustrie sind hier angesiedelt. Eine der wichtigsten Erwerbstätigkeiten der lokalen Bevölkerung ist die Viehzucht – insbesondere Schafe und Ziegen werden hier gehalten. Die Bergwiesen bieten hervorragende Weideflächen für das Vieh.

Das Boysun Bahori Festival wurde ins Leben gerufen, um diese einzigartige, facettenreiche Kultur in Zeiten der Globalisierung zu bewahren.

Das Festival findet direkt in den Bergen statt. Auf einer Hochebene wird ein großes Lager mit Jurten aufgebaut, die für diese Region typisch sind. Die Vorfahren der lokalen Bevölkerung waren Nomaden und lebten tatsächlich in Jurten, weshalb diese Bauten eine besondere Bedeutung haben. Zusätzlich werden Bänke, Bühnen und Plätze für Aufführungen errichtet.

Die Menschen von Boysun, die sich seit Jahrhunderten von der Berglandschaft inspirieren lassen, haben eine eigene Folklore mit schamanistischen Elementen entwickelt. Sie spielen traditionelle Musikinstrumente, von denen das bekannteste der Chankovuz oder Labchang ist.

Das Festival zieht nicht nur Besucher aus den benachbarten Regionen, sondern auch aus ganz Usbekistan, den GUS-Staaten und dem Ausland an.

Während des Festivals werden verschiedene traditionelle Spiele und Wettbewerbe organisiert. Zum Beispiel ist Ulak ein traditionelles Reiterspiel, das auch „Ziegenbrechen“ genannt wird, da der Kadaver eines geschlachteten Widders oder einer Ziege als Ball dient.

Die Einheimischen kleiden sich in ihren schönsten, sehr farbenfrohen traditionellen Gewändern.

Die Folklore umfasst traditionelle Lieder über Heimat, Liebe und Glück, die mit traditionellen Instrumenten begleitet werden.

Es werden Wettbewerbe in Schlagfertigkeit und Reimkunst organisiert, die eine reine Improvisation sind.

Auch Kinderensembles führen Volkstänze und Lieder auf. Sie tragen traditionelle lokale Kleidung. Jedes Detail in der traditionellen Frauen- und Männerkleidung, von der Kopfbedeckung bis zu den Schuhen, hat eine eigene Bedeutung und Symbolik. Zum Beispiel erinnert die Kopfbedeckung der Männer in ihrer Form an eine Jurte, die Behausung der Nomaden, während die bunte Farbpalette an die Bergblumen im Frühling erinnert. Frauenkleidung ist weit geschnitten, und der Kopf wird mit einem Kopftuch bedeckt, was sowohl eine islamische Tradition als auch eine kulturelle Vorschrift ist.

Es gibt auch Frauen-Folkloregruppen, die traditionelle Musik aufführen. Dabei handelt es sich nicht nur um Lieder, sondern manchmal auch um ganze theatralische Inszenierungen.

Darüber hinaus werden während des Festivals Sportveranstaltungen organisiert. Auch die beliebteste Sportart Usbekistans – Kurash – kann hier bewundert werden. Diese Art des Ringens ähnelt in ihren Regeln dem Judo, doch es bleibt umstritten, welche der beiden Kampfsportarten älter ist.

Das Hauptziel im Kurash ist es, den Gegner mit einer bestimmten Technik auf den Rücken zu werfen. Dabei sind Würge- und Schmerzgriffe verboten. Die Ringer tragen traditionelle kurze Gewänder und treten meist barfuß an.

Auch Hahnenkämpfe sind hier zu sehen. Eine spezielle Hühnerrasse, die in Usbekistan gezüchtet wurde, wird dafür verwendet. Sie heißt „Kulangi“ und zeichnet sich durch einen langen Hals, einen kräftigen Schnabel und sehr starke Beine aus. Die Hähne werden speziell trainiert, und ihr Kampf kann mehrere Stunden dauern. Doch in der Regel stirbt keiner von ihnen – der Verlierer flüchtet einfach vom Kampffeld.

Beim Festival können Besucher auch das Handwerk der Einheimischen bewundern. Es werden beispielsweise die Herstellung von Wolle, pflanzlichen Heilmitteln, Teppichweberei und viele weitere traditionelle Künste präsentiert. Lokale Künstler zeigen ihre Fertigkeiten, und Töpfer demonstrieren ihre Kunstwerke live vor Publikum.

Eine weitere Besonderheit von Boysun ist die Kunst der Bakhshi. Diese speziellen Musiker tragen das alte heroische Epos „Alpomysh“ in einer einzigartigen Form vor. Sie spielen dabei ein uraltes Saiteninstrument namens Dutar, was übersetzt „zwei Saiten“ bedeutet. Tatsächlich besitzt dieses Zupfinstrument nur zwei Darmsaiten oder Nylonsaiten, doch mit diesem scheinbar einfachen Instrument lässt sich wunderschöne Musik spielen. Echte Bakhshi treten oft mit geschlossenen Augen auf, da sie in eine Art Ekstase geraten.

Hier kann man auch die Vorführung lokaler Bräuche erleben. Zum Beispiel die Zeremonie „Kelin-Salom“, bei der die Braut die Gäste durch Verbeugungen begrüßt. Dieser Brauch wird bis heute in allen Familien in Boysun praktiziert.

Boysun fasziniert nicht nur durch seine natürliche Schönheit und Berglandschaften, sondern auch durch seine fröhlichen Menschen, die ihre Kultur und Traditionen seit Jahrhunderten bewahrt haben.

Zur Information:

Das Festival findet jedes Jahr im Frühling, aber zu unterschiedlichen Zeiten statt. Deshalb sollte man sich vorher über die genauen Termine informieren.

Wir freuen uns auf euch in Boysun! Auf Wiedersehen!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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